Weichenstellung in den BAR-Verhandlungen SBB nötig

Öffentlicher Verkehr

Wei­chens­tel­lung in den BAR-Ve­rhand­lun­gen SBB nötig

In den ersten Arbeitsgruppensitzungen zu den Arbeitszeit-Verhandlungen mit der SBB haben die Personalverbände festgestellt: Die SBB will prioritär auf Basis einer neuen Planungs- und Einteilungsphilosophie in die Verhandlungen einsteigen. Das stellt die Personalverbände vor neue Herausforderungen.

Bruno Zeller
Ein Lokführer im Führerstand

In Kürze

  • Seit Anfang 2025 entwickeln die SBB und die Personalverbände die bereichsspezifischen Arbeitszeitregelungen (BAR) für die vier Berufsgruppen Lokpersonal, Kundenbegleitung, Rangier- und Cleaningpersonal weiter.
  • Nun will die SBB auf eine neue Planungs- und Einteilungsphilosophie wechseln.
  • Die Personalverbände haben ihre Forderungen aber auf Basis des bisherigen Modells aufgestellt – und müssen jetzt Grundsatzfragen klären.

Seit Anfang 2025 entwickeln die SBB und die Personalverbände die bereichsspezifischen Arbeitszeitregelungen (BAR) für die vier Berufsgruppen Lokpersonal, Kundenbegleitung, Rangier- und Cleaningpersonal weiter. Laut SBB soll die Jahreseinteilung künftig keine festen Rotationen mit konkreten Diensten mehr beinhalten. Stattdessen werden Dienstschichtfenster von maximal 12 Stunden geplant. Diese sollen in einer rollierenden Planung immer konkreter werden, bis sie schliesslich in den verbindlichen Dienst übergehen. In der Jahresplanung sollen die Mitarbeitenden ihre Schichtpräferenzen angeben können (Tendenz Früh-, Mittel-, Spät- oder Nachtdienst) – im Sinne einer individuelleren Jahresplanung. Getrieben wird dieser Wechsel vom neuen Planungstool IPP (integrierte Produktionsplanung), das auf den Fahrplanwechsel im Dezember 2027 erstmals für 2028 ausgerollt werden soll.

Wollen die Verbände auf die neue SBB-Logik eintreten?

Die Herausforderung in den BAR-Verhandlungen: Die Personalverbände haben ihre Forderungen auf dem heutigen Einteilungs- und Planungssystem bzw. den heutigen BAR aufgestellt. Das «matcht» nun nicht überall mit den SBB-Vorstellungen. Die Frage ist, ob wir als Verbände auf die neue SBB-Logik eintreten und unsere Forderungen und Erwartungen darauf ausrichten können. Weil dies eine Grundsatzfrage ist, müssen die Verbände diesen Punkt sowie das weitere Vorgehen nun in ihren Gremien klären. Trotzdem sind die Personalverbände bereit, die Verhandlungen ergebnisoffen weiterzuführen und ihre Forderungen für eine sozialverträgliche, gesunde Arbeitszeitplanung zu Gunsten des Personals zu vertreten.